Investmentfonds = hohe Gebühren?
Investmentfonds sind eine beliebte Möglichkeit zur längerfristigen Geldanlage, doch über die Gebühren und Provisionen wissen viele Verbraucher nicht ausreichend Bescheid. Diese Unwissenheit auf Seiten der Kunden macht es Sparkassen, Fondsgesellschaften und Banken weiterhin recht einfach, in diesem Bereich kräftig abzukassieren.
Die Stiftung Warentest hat kürzlich aufgedeckt, dass sich Banken häufig an den Fondsgeschäften bereichern, indem ungerechtfertigt hohe Provisionen und Gebühren vom Kunden verlangt werden. Eine Studie der Quirin-Bank in Berlin hat darüber hinaus gezeigt, dass bei vielen Angeboten die Gebühren sogar so hoch sind, dass sie Hälfte der voraussichtlichen Rendite ausmachen.
Gerade bei Fondsprodukten ist es häufig der Fall, dass die Fondsgesellschaften gleich mehrfach abkassieren, meistens ist dies beim so genannten Ausgabeaufschlag der Fall, welcher bis zu fünf Prozent des Fondsbetrages betragen kann. Wenn ein Anleger nun 10.000 Euro investieren möchte, dann legt er unter Umständen nur 9.500 Euro an, so dass er erstmal einen Verlust hat, denn es wieder hereinzuholen gilt. Wenn der Fonds bei einem Fondsvermittler im Internet oder auch bei einer Direktbank gekauft wird, entfallen diese Aufschläge in der Regel komplett oder sind zumindest wesentlich geringer.
Zusätzlich zu diesem Aufschlag stellen die Fondsgesellschaften noch regelmäßig Managementgebühren oder Verwaltungskosten in Rechnung. Diese Kosten belaufen sich im Normalfall auch rund ein bis drei Prozent des Anlagebetrages, viele Anleger bemerken diese Gebühren noch nicht einmal, deshalb muss man hier unbedingt aufmerksam sein. Es wird zwar immer eine Gesamtkostenquote angegeben, die so genannte TER, doch diese informiert nicht über Kosten, die durch das ständige Handeln des Fondsmanagers mit den Wertpapieren entstehen.
Heftig getrickst wird häufig auch bei den so genannten Erfolgsprämien, das sind Beträge, welche vom Anbieter einbehalten werden, wenn eine festgelegte Summe erreicht wird. Die Stiftung Warentest hat hierbei jedoch Manipulationen aufgedeckt, durch welche viele Anbieter den Anlageerfolg so verändern, dass sie ordentlich abkassieren können.
Wer keine Lust auf hohe Gebühren und undurchschaubare Provisionen hat, der sollte von Investmentfonds mit aktivem Management unbedingt Abstand nehmen und lieber in so genannte Exchange Traded Funds investieren, die sich streng am DAX orientieren.
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